Preisträgerin

Franz-Tumler-Literaturpreis 2015

Kristine Bilkau für den Roman "Die Glücklichen"

Mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis 2015 wurde die Hamburger Schriftstellerin Kristine Bilkau für ihren Roman "Die Glücklichen" (Luchterhand Literaturverlag) ausgezeichnet.   
 
Der Publikumspreis ging an Petra Hofmann für ihren Erstling "Nie mehr Frühling" (Picus Verlag).
 

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Preisträgerin Kristine Bilkau (Foto: Franz Grassl)

Jurybegründung 2015

Franz-Tumler-Literaturpreis

Kristine Bilkau erzählt in „Die Glücklichen“ mit großer Präzision von einem Paar, dem das scheinbar selbstverständliche Glück nicht mehr gelingt. Die allgemeine Krise wird zur persönlichen, sie bildet sich in ihren Körpern ab, in ihrer Beziehung zueinander, und sie trübt die Freude an ihrem kleinen Sohn. So erweist sich diese Geschichte als eine durch und durch gegenwärtige. In einer Komposition von beeindruckender Geschlossenheit beschreibt Kristine Bilkau bedächtig und subtil den stufenweisen Abstieg in ein städtisches Prekariat. Der Roman ist eine empathische und zugleich satirische Milieustudie der „Bobos“, die sich nicht zwischen Bourgeoisie und Bohemiendasein entscheiden können und denen scheinbar alle Lebensplanung aus den Händen genommen wird. Und es ist ein Buch über die Angst, ein melancholisches Buch, das aber sehr wohl den Ausweg aus der Lebenslüge und den Lichtblick in ein anderes Leben zulässt.

Broschüre

Franz-Tumler-Literaturpreis 2015

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Der Vinschger Wind Spezial: Franz-Tumler-Literaturpreis 2015

Franz-Tumler-Literaturpreis

für zeitgenössische deutschsprachige Debütromane

Franz Tumler

Der Franz-Tumler-Literaturpreis wird alle zwei Jahre vergeben, und zwar an einen von einer fünfköpfigen Jury ausgewählten deutschen Debütroman (Erstroman). Es handelt sich um einen Auswahlpreis, somit können keine Einsendungen vorgenommen werden. Der Preis trägt den Namen Franz Tumlers (1912-1998), eines bedeutenden Romanschriftstellers unseres Landes. Der Preis wird in Laas ausgetragen, weil Laas aufgrund der Herkunft von Tumlers Familie eine tiefe Beziehung zu Franz Tumler aufgebaut hat. Tumler hat seine Tante und ihre Familie gerne in Laas besucht und ein Jahr bei ihnen verbracht. Dadurch konnte er das Dorfleben gut beobachten und beschreiben. Laas will mit diesem Literaturpreis an das literarische Werk des Schriftstellers Tumler erinnern. Vor dem Hintergrund der kritischen Auseinandersetzung mit Leben und Werk Tumlers wird in Laas mit einem Preis in der Höhe von 8000 Euro junge Literatur nachhaltig gefördert, so wie es Franz Tumler selbst zeit seines Lebens, aber vor allem in Berlin, gewollt und getan hat.

Teil des Preises ist ein Aufenthalt in Laas, dieser soll dem Sieger/der Siegerin des Franz-Tumler-Literaturpreises die Möglichkeit bieten, Kultur und Landschaft des Vinschgaus nicht zuletzt auch über die Texte Tumlers besser kennen zu lernen. In Begegnungen mit interessierten Leser/innen sowie mit jungen Menschen kann der Preisträger/die Preisträgerin das eigene literarische Werk vorstellen und nahe zu bringen.

Im Rahmen des Franz-Tumler-Literaturpreises wird außerdem ein Publikumspreis vergeben, dabei bestimmen die Leserinnen und Leser der Südtiroler Bibliotheken ihren Favoriten unter den Nominierungen. Auch das Saalpublikum, das bei den Lesungen anwesend ist, kann mitstimmen. Der Publikumspreis umfasst einen dreiwöchigen Schreibaufenthalt in der Künstlerwohnung auf dem Rimpfhof und Lesungen im Vinschgau.