Preisträger
Franz Tumler Literaturpreis 2011
Joachim Meyerhoff für den Roman "Alle Toten fliegen hoch"
Begründung der Jury
Wie ein junger Mann vom Pendler zum Reisenden wird, wie er in Amerika ankommt, indem er die norddeutsche Provinz gegen die Provinz des immer noch Wilden Westens vertauscht, wie er sich „vom heimatlichen Liebesballast“ seiner Familie befreit, kurzum: wie er erwachsen wird, davon handelt dieser Roman.
„Eine Niederlage ist immerhin ein Erlebnis“, das lernt der Held zuerst. Mit anarchischer Fabulierlust und mit großem Gespür für Situationskomik und für Pointen eröffnet Joachim Meyerhoff ein Kaleidoskop von Geschichten, erzählt er von bizarr merkwürdigen Figuren und Abenteuern. Mitten in das amerikanische Austauschjahr des Erzählers platzt die Nachricht vom Unfalltod seines Bruders. Das Schreckliche sickert gleichsam subkutan ins Geschehen und am Ende scheint der so lustige Bericht als eine sehr eigenwillige Form der Trauerarbeit.
Mit großer Rasanz führt „Alle Toten fliegen hoch“ an den Ausgangspunkt zurück und eröffnet zugleich einen neuen Horizont. Joachim Meyerhoff hat uns eine Trilogie versprochen.
Publikumspreis
Der Publikumspreis ging 2011 an die Autorin Astrid Rosenfeld („Adams Erbe“), sie gewinnt einen dreiwöchigen Aufenthalt in der Künstlerwohnung auf den Rimpfhöfen und wird auch Lesungen in Vinschger Bibliotheken abhalten. Der Publikumspreis ergibt sich aus den Meinungen der Leser und Leserinnen der Vinschger Bibliotheken, die einen Stimmzettel abgeben konnten. Auch das Saalpublikum konnte während der Lesungen in Laas votieren.
Franz Tumler Literaturpreis 2011
für zeitgenössische deutschsprachige Romane
Franz Tumlers (geb. 1912 Gries bei Bozen - gest. 1998 in Berlin) Leben und Werk ist eng verbunden mit seiner Heimat, dem Vinschgau und der Gemeinde Laas. Er hat seinen Ruhm als Schriftsteller vor allem mit Romanen wie "Ein Schloss in Österreich" (1953), "Der Schritt hinüber" (1956), "Aufschreibung aus Trient" (1965) und "Pia Faller" (1973) in der internationalen Literaturszene begründet.
Laas hat in den letzten Jahren immer wieder durch kulturelle Veranstaltungen Franz Tumler als Schriftsteller und Mensch sowie sein literarisches Oeuvre gewürdigt. Im September 2007 ging die erste Ausgabe des internationalen "Franz-Tumler-Preises" mit der Verleihung an Emma Braslavsky für ihren Debütroman "Aus dem Sinn" erfolgreich über die Bühne. Damit spielt Laas im literarischen Leben Südtirols eine wichtige Rolle.
Dr. Ferruccio Delle Cave
(Leiter des Kreises Sütiroler Autorinnen und Autoren)
Der Preis
Teilnahmeberechtigt sind alle deutschsprachigen und Deutsch schreibenden AutorInnen, die im Zeitraum der Ausschreibung (01. Januar 2011 bis 31. Mai 2011) einen Erstlingsroman veröffentlicht haben. Publikationen im Eigenverlag sind nicht zum Preis zugelassen. Eine aus fünf Mitgliedern bestehende Jury wählt, liest und bewertet die Romane und schlägt sie zur Endauswahl in Laas vor.
Die ausgewählten Texte müssen der Gattung Roman entstammen. Nicht zugelassen sind Auszüge aus und Entwürfe von Romanen, längere Erzählungen sowie Novellen.
Der von der Südtiroler Landesregierung gestiftete Franz-Tumler-Literaturpreis 2011 ist mit 8.000 Euro dotiert und mit einem Schreibaufenthalt im Rahmen der Literaturtage Laas 2012 gekoppelt.
Die Endausscheidung findet am Samstag, 17. September 2011 im Josefshaus in Laas (Südtirol) statt.

