Ergebnisse
der Diskussionsveranstaltung

Wer war Franz Tumler?

Ein Schriftsteller zwischen Ideologie und Moderne

Samstag, 22.03.2014
von 14.00 bis 17.00 Uhr

Laas – Bibliothek Franz Tumler

 

Kurzreferate

  • Dr. Hans Heiss – Historiker (Brixen)
    „Die Annexionspolitik Deutschlands und Italiens vor dem Zweiten Weltkrieg“
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  • Univ. Prof. Dr. Johann Holzner – Literaturwissenschaftler (Innsbruck)
    „Ideologie und Ideologiekritik in den Schriften Franz Tumlers“
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Diskussion

Organisation:

Gemeinde Laas in Zusammenarbeit mit dem Bildungsausschuss Laas, Bibliothek Laas und dem Südtiroler Künstlerbund/Literatur

Preisträger

Franz-Tumler-Literaturpreis 2013

Björn Bicker für seinen Roman „Was wir erben“

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Jurybegründung 2013

Franz-Tumler-Literaturpreis

Der Franz-Tumler Preis 2013 der Gemeinde Laas wird dem Autor Björn Bicker für seinen Roman „Was wir erben“ zugesprochen. „Was wir erben“ ist ein Gespensterbuch, ein Roman, aufgesetzt als Brief, von deutschen Geschichten, tief in das 20. Jahrhundert reichend, geschrieben in Wien und Naumburg an der Saale. Bicker gelingt es in seinem Roman viele Erzählstränge auszulegen. Es ist ein Buch wie eine Zwiebel, deren Häutung von einer Generation erzählt, die in den frühen Siebzigern geboren wurde und von deren ererbten Verstrickungen noch wenig erzählt ist. Ein Roman ist es auch wie eine Matrjoschka, jene russischen Holzpuppen, in denen sich in jeder Figur eine weitere offenbart. „Was wir erben“ ist ein großer Text über deutsche Figurationen von Schuld und Mitwisserschaft, Trunksucht und verratener Liebe, vom Theater sogar, von der richtiggehenden Künstlichkeit und der falschen Aufgeregtheit in der Kunst. In der Bühnenkunst insbesondere. Auslöser dieser großen Geschichte ist ein einziges Photo, das der Erzählerin von ihrem plötzlich auftauchenden Halbbruder gezeigt wird. Mit dem Photo beginnt die Suche nach dem schon verstorbenen Vater dieser beiden. Und in diesem Suchen sind viele Erkundungen über unsere Vergangenheit, die in uns und ins unseren Landesgeschichten lagern, enthalten. Dieses Buch schleppt sein historisches  Material nicht aufwendig heran, sondern bohrt und schürft in den Sedimenten. „Der Zufall ist die Abwesenheit unseres Gedächtnisses“, heißt es bei Björn Bicker. „Was wir erben“ ist kein Zufall, sondern ein zuverlässiges Gedächtnis für deutsche Doppelgeschichten.  

Broschüre

Franz-Tumler-Literaturpreis 2013

Der Vinschger Wind Spezial: Franz-Tumler-Literaturpreis 2013

Franz-Tumler-Literaturpreis

für zeitgenössische deutschsprachige Debütromane

Franz Tumler

Der Franz-Tumler-Literaturpreis wird alle zwei Jahre vergeben, und zwar an einen von einer fünfköpfigen Jury ausgewählten deutschen Debütroman. Der Preis trägt den Namen Franz Tumlers (1912-1998), eines bedeutenden Romanschriftstellers unseres Landes. Der Preis wird in Laas ausgetragen, weil Laas aufgrund der Herkunft von Tumlers Familie eine tiefe Beziehung zu Franz Tumler aufgebaut hat. Tumler hat seine Tante und ihre Familie gerne in Laas besucht und ein Jahr bei ihnen verbracht. Dadurch konnte er das Dorfleben gut beobachten und beschreiben. Laas will mit diesem Literaturpreis an das literarische Werk des Schriftstellers Tumler erinnern. Vor dem Hintergrund der kritischen Auseinandersetzung mit Leben und Werk Tumlers wird in Laas mit einem Preis in der Höhe von 8000 Euro junge Literatur nachhaltig gefördert, so wie es Franz Tumler selbst zeit seines Lebens, aber vor allem in Berlin, gewollt und getan hat.

Teil des Preises ist ein Aufenthalt in Laas, dieser soll dem Sieger/der Siegerin des Franz-Tumler-Literaturpreises die Möglichkeit bieten, Kultur und Landschaft des Vinschgaus nicht zuletzt auch über die Texte Tumlers besser kennen zu lernen. In Begegnungen mit interessierten Leser/innen sowie mit jungen Menschen kann der Preisträger/die Preisträgerin das eigene literarische Werk vorstellen und nahe zu bringen.

Im Rahmen des Franz-Tumler-Literaturpreises wird außerdem ein Publikumspreis vergeben, dabei bestimmen die Leserinnen und Leser der Südtiroler Bibliotheken ihren Favoriten unter den Nominierungen. Auch das Saalpublikum, das bei den Lesungen anwesend ist, kann mitstimmen. Der Publikumspreis umfasst einen dreiwöchigen Schreibaufenthalt in der Künstlerwohnung auf dem Rimpfhof und Lesungen im Vinschgau.