Vinschger Literaturtage

20. September – 11. Oktober 2026
Laas – Schlanders – Taufers i.M. – Mals

Alternierend zur Ausgabe des Franz-Tumler-Literaturpreises werden ebenfalls im Zweijahres-Rhythmus die Vinschger Literaturtage in Laas und der näheren Umgebung organsiert.
Den Schwerpunkt bildet dieses Jahr Literatur aus Südtirol. Mit einer Lesung von Franz-Tumler-Literaturpreisträgerin 2025, Christina König, wird der Literaturherbst eröffnet. Die Autorin, die im Herbst einen Schreibaufenthalt in Laas verbringt, liest aus ihrem preisgekrönten Debütroman „Alles, was du wolltest“. Zweimal sind die Vinschger Literaturtage zu Gast in der Schlandersburg. Ein mal mit einer Lesung von Andreas Lechner und einer Bilderausstellung von Anna Mesniankina.
Das zweite Mal stellt Horst Moser seinen neuen Roman vor. Lorena Pircher liest Gedichte in der St. Johann Kirche in Taufers i.M. Den Abschluss der diesjährigen Vinschger Literaturtage gestalten Roberta Dapunt und Antoinette Bader in der St.-Benedikt-Kirche in Mals.

Alle sind herzlich eingeladen - Eintritt frei.

  • Sonntag, 20.09.2026 – Laas
  • Dienstag, 22.09.2026 und 29.09.2026 - Schlanders
  • Freitag, 02.10.20206 – Taufers im Münstertal
  • Sonntag, 11.10.2026 – Mals

 

Programm


 

Sonntag, 20.09.2026, um 11:00 Uhr
Marmorfaktur Thomas Mayr in Laas
Eröffnung mit Christina König
Lesung und Gespräch mit musikalischer
Umrahmung

Franz-Tumler-Preisträgerin Christina König liest aus ihrem preisgekrönten Roman „Alles, was du wolltest“. Aus der Begründung der Jury: „Mit präziser psychologischer Beobachtung, prägnanten Dialogen und boshaftem Witz rückt dieser Roman einer Liebesbeziehung zu Leibe, in der die Liebe zu kurz kommt. Geld und die „feinen Unterschiede“ des gehobenen Milieus sorgen für ein Gefälle der Macht, eine Verklammerung in Abhängigkeiten. Dass es die Geschichte zweier Frauen ist, ist dabei nicht das Skandalon, sondern dass jede die andere auf ihre Weise verdinglicht und benutzt.“ Anschließend führt sie ein Gespräch mit Katrin Klotz.

 


 

Dienstag, 22.09.2026, um 19:30 Uhr
Bibliothek Schlandersburg
Lesung mit Andreas Lechner Bilderausstellung von Anna Mesniankina

Andreas Lechner liest aus seinem Roman „Heimatgold“, in dem er die Geschichte seines Großvaters, Olympiasieger und bayerisches Original, wunderbar erzählt. Außerdem gibt Lechner einen Einblick in den neuen Roman „Heimatstein“, an dem er zurzeit am Rimpfhof arbeitet. Darin spürt er der Geschichte seines Großvaters väterlicherseits nach, der aus Laas stammte. Begleitet wird die Lesung von einer Ausstellung der Künstlerin Anna Mesniankina, deren abstrakte Malereien „Bildräume zwischen Natur und Abstraktion, Erinnerung und Gegenwart eröffnen“.
Ihre vielschichtigen Farbkompositionen schaffen Resonanzräume, die den literarischen Abend atmosphärisch erweitern.

 


 

Dienstag, 29.09.2026, um 19:30 Uhr
Bibliothek Schlandersburg
Lesung mit Horst Moser
Moderation: Ferruccio Delle Cave

Horst Moser liest aus seinem Roman „Weil wir nichts wussten“. Zwei Menschen, zwei Geschichten: Der Journalist Lukas berichtet aus dem Ausland von den vielen Protestwellen, die Europa erschüttern. Als er erfährt, dass es seiner Mutter nicht gut geht, kehrt Lukas in das Provinzstädtchen zurück, in dem er aufgewachsen ist. Gleichzeitig begibt sich eine entwurzelte junge Frau auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Bei den Protestierenden findet sie vorübergehend Unterschlupf, aber auch dort gehört sie nicht wirklich dazu. Bald stößt sie auf Wahrheiten, die lange verborgen waren … Begleitet wird Horst Moser von seiner Band „matchbox“.

 


 

Freitag, 02.10.2026, um 19.30 Uhr
St. Johann-Kirche – Taufers i.M.
Lesung mit Lorena Pircher
Musik: Lukas Punter

Lorena Pircher liest unveröffentlichte Langgedichte aus ihrem neuen literarischen Projekt „retrouvailles“ sowie Passagen aus ihrem zuletzt erschienenen Lyrikband „eure stimmen eure sprachen“ (edition exil, Wien, 2024). Die Autorin aus Taufers i.M.  studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Englisch und Französisch und arbeitet als Lektorin im Verlagswesen sowie als Dolmetscherin aus dem Italienischen, Französischen und Spanischen in Wien. Für ihr Schreiben erhielt sie Stipendien und  wurde mehrmals ausgezeichnet.

 


 

Sonntag, 11.10.2026, um 17:00 Uhr
St.-Benedikt-Kirche in Mals
Lesung mit Roberta Dapunt
Einführung: Michael Fliri
Ausstellung von Antoinette Bader

Die Bände von Roberta Dapunt in deutscher Sprache „Nauz, die krankheit wunder“ und „Synkope“ wurden 2012, 2021, und 2022 in den Lyrik-Empfehlungen der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung nominiert. Kürzlich gewann sie den Premio Montale, den wichtigsten Lyrikpreis Italiens. Im Herbst 2026 erscheint „Das Wort gegenüber / Il verbo di fronte“ im Folio Verlag, in der deutschen Übersetzung von Alma Vallazza. Sehe es deutlich, beständig mir an der Seite „Meine existenzielle Einsamkeit ist ein Perpetuum mobile, schwebend zwischen Isolation und dem Bedürfnis, sich mitzuteilen. Hinter der Fassade öffentlicher Reden und geschriebener Worte verbergen sich die Zeichen eines inneren Leidens. Es ist die Einsamkeit der Seele: keine sichtbare, äußere Isolation, sondern ein tiefgründiger Zustand, den nicht einmal das Schreiben zu heilen vermag. Der poetische Akt trägt meine Worte in die Welt hinaus, doch sie entspringen einem Geist, der vor der inneren Leere kapituliert. All dies geschieht auf einem Weg, auf dem mich die Poesie von jeher begleitet. Daher könnte ich mir keine treuere Gefährtin vorstellen.“ Die Designerin Antoinette Bader präsentiert eine neue Kollektion von Tierköpfen, die aus zweifarbigem Filz gefertigt sind. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen die außergewöhnlichen Eigenschaften des Materials. In ihrer gestalterischen Auseinandersetzung mit Filz experimentiert sie mit Verformung, Eigenspannung und raffinierten Schnitttechniken. So verwandelt sie die flache Meterware in ausdrucksstarke, dreidimensionale Objekte, die die Vielseitigkeit und das skulpturale Potenzial des Materials eindrucksvoll sichtbar machen. Nach ihrer Ausbildung zur Schneiderin und zur Fachlehrerin für Textile und Technische Gestaltung absolvierte sie ein Designstudium an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Ihre Arbeiten verbinden gestalterische Klarheit mit handwerklicher Präzision und einer sinnlichen Auseinandersetzung mit Material, Form und Haptik.